Hallo, Mister Gott…

IMG_1348Letzte Woche war ich mit meiner Tochter in der Buchhandlung, weil ich ein Geburtstagsgeschenk brauchte. Ich wurde recht schnell fündig und konnte der Versuchung widerstehen, etwas für mich zu kaufen, weshalb ich bald zur Kasse wollte. Meine Tochter konnte aber für sich nichts finden, weshalb ich ihr beim Suchen half.

Kennt ihr das, wenn die Kinder dem Jugendbuch entwachsen, wenn sie keine Lust mehr auf diesen Magic-Wizzard-Fantasy-Kram haben, aber auch keine Jugendliebesgeschichten lesen wollen?

Mein Sohn hat das mit seinen 16 Jahren längst hinter sich gelassen. Manchmal staune ich, für welche politischen und philosophischen Themen er sich interessiert. Und auch die klassische Literatur kommt nicht zu kurz. Was das Lesen angeht, ist er eigentlich schon erwachsen.

Meine Tochter hat sich übrigens für einen Krimi entschieden, was ich erst ein bisschen schade fand. Später fiel mir ein, dass meine Freundin und ich in dem Alter ein ganzes Regalbrett „Agatha Christie“ und „Alfred Hitchcock“ verschlungen haben. Da ging es uns genauso, und das war neben Dr. Sommer das einzig Interessante. Irgendwie sind wir dann ja doch noch an „richtige“ Bücher gekommen. Und das kam so:

Ob man es glaubt oder nicht, es war tatsächlich der Deutschunterricht, der uns mit der Literatur bekannt gemacht hat, allerdings nicht meiner. Ich erinnere mich an Götz von Berlichingen und jede Menge Gedichte, Alfred Andersch – ok, aber dann war auch schon Schluss. Meine Freundin hat in der Schule die großen Literaten des 20. Jahrhunderts gelesen: Böll, Brecht, Kafka, Hesse usw. Wenn sie damit durch war, habe ich sie mir ausgeliehen. Danach habe ich angefangen, mich bei den Büchern meiner Eltern zu bedienen. Und dann hat es nicht mehr aufgehört…

Meine Tochter hat erstmal mit Fynns „Hallo, Mister Gott, hier spricht Anna“ angefangen. Ich glaube, das passt gut.

Mir hat diese Sache klar gemacht, dass das mit der Kindheit definitiv bald vorbei ist. Sie liegt quasi in den letzten Zügen. Manchmal gibt es noch alberne Rückfälle oder auch schön verspielte Phasen, die sie ruhig genießen soll. Es wird wohl nicht mehr lange sein…

Ich bin sehr gespannt, wo die Reise mit ihr hingehen wird. Ich hoffe bloß, dass ich immer ein gutes Buch für sie parat habe.

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