Kathrin Aehnlich: Wenn die Wale an Land gehen

Auf der Suche nach ihrer Jugendliebe Mick begibt sich die frisch geschiedene Roswitha auf eine Reise in die Neue Welt. Amerika, der Inbegriff von Freiheit, das Land, in dem alles möglich war, was ihnen selbst verwehrt wurde. Nirgendwo sonst konnte Mick gestrandet sein.

Mit dem Ende des Studiums verblassten die Träume, die sie eben noch gelebt hatten. Der sozialistische Alltag der DDR hatte sie schnell im Griff. Erschreckend, wie wenig Spielräume blieben. Nicht einmal ihre Freundschaft hatte bestand. Sie hatten keine Wahl. Der Staat rief, und sie waren gezwungen, diesem Ruf zu folgen. Oder etwa nicht?

Mick hat sich widersetzt. Schließlich gelangte er in den Westen. Nach einem gescheiterten Fluchtversuch hatte ihn die BRD frei gekauft.

In den USA begegnet Rose, wie Mick sie nannte, vielen Menschen, die genau das leben, was ihr nicht gelang. Sie sind selbstbestimmt, spontan, chaotisch und – erfolglos. Allesamt gescheiterte Existenzen, wenn man die gesellschaftliche Norm als Maßstab ansetzt.

Und das Glück? Nun, das ist ein großes Wort. Aber zufrieden scheinen sie zu sein, herzlich und authentisch – vielleicht das Größte, was man sich erhalten kann in einer Zeit, die das Gegenteil verlangt. Roswitha hat das Maximum umgesetzt an Freiheit und Kreativität, das ihr der Staat zugestanden hat. Nicht mehr. Nicht weniger. Wer wollte ihr einen Vorwurf machen? Dass sie am Ende aber doch wissen will, was hätte werden können, und sich auf die Suche macht in einem fremden Land, ist ein schöner und unterhaltsamer Spiegel der Erkenntnis, dass es nie zu spät ist…

Mich hat das Buch sehr berührt und gut unterhalten.

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