Stephen King über das Schreiben

Glaubt man Stephen King, dass er ein Mittel gegen die Schreibblockade gefunden hat, (und wem, wenn nicht ihm würde man das abkaufen?) so besteht es offenbar darin, sie einfach abzuhängen. Seine Empfehlung: Schreiben, Schreiben, Schreiben.

King selbst arbeitet mit unglaublicher Disziplin und in schwindelerregendem Tempo. Und genau das er empfiehlt er auch:

Ohne allzu große Vorarbeit die Geschichte in kurzer Zeit zu verfassen. Unerwartet schulmeisterlich mutet seine Botschaft an, jeden Tag zu gleichen Zeit hinter verschlossenen Türen zu arbeiten, bis das gesetzte Tagespensum erfüllt ist.

Das Konzept leuchtet aus zwei Gründen ein:

  1. Ohne Disziplin wird man die Tage, an denen es nicht so flutscht, schwer überstehen.
  2. Wenn man täglich dran bleibt, arbeitet die Geschichte weiter, entwickelt sich in einem versteckten Winkel des Gehirns weiter, während der Schreibende selbst mit Abwaschen, Staubsaugen etc. beschäftigt ist.

Auch aus anderen kreativen Prozessen ist bekannt, dass das Gehirn in den Ruhezeiten weiter am Problem arbeitet. Die Pausen dürfen eben nur nicht zu lang werden. Daher lautet Kings Regel für die erste Rohfassung des Romans: Nie länger als einen Tag pausieren.

Das schnelle Schreiben (Kings Tagespensum = 2000 Wörter) gelingt natürlich nur unter Ausschaltung des inneren Kritikers. Dies ist die Voraussetzung, dass ein kreativer Prozess überhaupt stattfinden kann. Der unvoreingenommene Blick für die Geschichte wird hier über das Tempo des Schreibens erreicht. Offenbar handelt es sich um ein amerikanisches Konzept, entspricht es doch der Vorgehensweise von Chris Baty (Begründer des NaNoWriMos).

So entsteht ein erster Entwurf, die reine Geschichte, die sich während des Schreibens entwickelt.

Korrekturen und Feinschliff kommen erst zum Zug, nachdem man den Entwurf für mindestens 6 Wochen unter Verschluss hatte.  Um zu erkennen, wo ausgebessert, ergänzt und – ganz wichtig – gekürzt werden muss, braucht man diesen Abstand zum Text. Stephen King empfiehlt, immer mindestens zwei Textfassungen zu schreiben.

Der Beitrag kommentiert Kings Empfehlungen aus dem Buch Das Leben und das Schreiben

 

 

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