Lucie Klassen. Der 13. Brief.

Da unsere Stadtbibliothek sich von einigen Büchern trennte, bin ich auf dieses Buch gestoßen, ohne zu bemerken, dass es sich um einen Krimi handelt. Angesprochen hat mich erst einmal das Cover. Und obwohl es verdächtig schwarz ist, klemmte der Groschen fest, und machte keine Anstalten, zu fallen.Allerdings deutet auch der Klappentext nicht darauf hin.

Lila ist gerade mit der Schule fertig und völlig planlos, was ihre Zukunft betrifft – ganz im Gegensatz zu ihrem Vater. Der hat nämlich nicht nur einen Studienplatz in Bielefeld für sie ergattert, sondern auch eine Wohnung. Er drückt ihr die Bahnfahrkarte und 100 Euro in die Hand und schickt sie ins Leben. Schnell wird Lila klar, dass das nichts mit ihr zu tun hat. Sie lässt Bielefeld sausen, steigt erst aus, als der Schaffner sie erwischt, und landet in Bochum.

Mit viel Glück, dem richtigen Augenaufschlag und jugendlichem Charme verschafft sie sich ein Notquartier in der Wohnung eines Privatdetektivs. Natürlich ist er ein mürrischer Kerl, der nicht viel Glück im Leben hatte und keinen Wert auf so jungen Besuch legt, für woman-pixabayden er evt. noch die Verantwortung übernehmen muss. Aber Lila ist geschickt und sympathisch, und jeden Tag wird sie unentbehrlicher. Bald wächst sie in die Rolle der Ko-Ermittlerin, übernimmt einen Großteil der Recherche. Die auf dem Klappentext zitierte taz-Rezensentin (Katharina Granzin) spricht von einer „märchenhaften Überhöhung der Hauptfigur“, und liegt damit unbestritten richtig. Das mildert  das Lesevergnügen aber kaum .

Das Buch liefert einen amüsanten Schlagabtausch der Hauptfiguren, führt mit der meist unbeschwerten Lila locker flockig durch die Ermittlungen. Und trotz einiger ernsthafter Passagen, ohne die auch dieser Krimi nicht auskommt, bleibt es insgesamt ein gut verdauliches Buch.

Für mich eine geeignete Sommerlektüre, wenn man sich Zeit zum Lesen nehmen und so ein Buch in 3-4 Tagen verschlingen kann. Mit Sicherheit eher Frauensache.

Die anschließende Recherche bestätigte mein positives Urteil. Frau Klassen erhielt ein Jahr nach Erscheinen den Friedrich-Glauser-Preis (Krimi) für ihren Debütroman. Als er 2008 erschien hieß sie noch Lucie Flebbe. Seit 2010 gibt es jedes Jahr einen Folgeband. Der letzte („Tödlicher Kick“) erschien im März 2014 – alle im Grafit Verlag. Herzlichen Glückwunsch, Frau Klassen.

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