Figuren-Psychologie

Diese verflixxten Figuren lassen mich nicht mehr los!

Habe noch einmal in sämtlichen Büchern über das Schreiben nachgelesen. Aber am Zusammenspiel der Figuren scheint kein großes Interesse vorzuherrschen. Ist Egri der Einzige, der etwas zur sog. Orchestrierung schreibt? Ausgerechnet dieses Buch steht nicht in meinem Regal.

Auf der Suche nach einer Struktur, die mir helfen könnte, zu entscheiden, welche Figuren eine tragende Rolle bekommen sollen, bin ich auf einen Artikel in der FEDERWELT  (April / Mai 2014) gestoßen. Es ist ein Interview mit der Schweizer Autorin Bettina Wüst, die gleichzeitig als Coach tätig ist. Sie entwickelt die Figuren mit einer der Transaktionsanalyse (nach Eric Berne). Dabei handelt es sich um ein Werkzeug der Psychotherapie, mit dem psychologische Spielchen analysiert werden, die in Beziehungen gerne zum Verdruss aller Beteiligten nach dem immergleichen Schema stattfinden. Sinn der Sache ist natürlich, solche Spielchen zu entlarven, um sie zu vermeiden.

Laut Wüst ist mit dieser Methode auch das Entwicklungspotential einer Figur erkennbar. Sie entwickelt ein Psychogramm, mit dem man das Verhalten der Persönlichkeit der Figur anpassen kann und sieht, welche Entwicklung möglich ist, und wie sie erreicht wird.

Interessant finde ich die Möglichkeit, auf diese Weise Figuren autenthisch zu schildern. Denn nur so bieten sie dem Leser den Anreiz zur Identifizierung. Man kann auch entdecken, was den Figuren fehlt. Die Autorin unterscheidet zw. dem WANT und dem NEED – wie bereits die Rolling Stones.

Nun denke ich mir, dass meine Hauptfigur das, was ihr fehlt besser entwickeln kann, wenn sie einen Gefährten hat, der sich da schon ein bisschen auskennt. Na klar, habe ich mir sofort ein Buch zum Thema angeschafft. Erstes Statement:

Nicht nur für Schreibende interessant. Auch für den eigenen Beziehungsalltag (Beziehung im allgemeinen Wortsinn) durchaus erhellend.

 

Blog von Bettina Wüst: www.thea-script.com

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9 Gedanken zu “Figuren-Psychologie

  1. Ich gebe zu, daß ich mich mit der „Taktik“ des Schreibens noch nie befasst habe. Mir kommt eine Idee in den Sinn, dann setze ich mich hin und beginne zu schreiben, ohne Konzept, ohne Plan. Mit der Zeit entwickeln sich die einzelnen Charaktere, und die bestimmen dann sozusagen im weiteren Verlauf die Handlung. 😉

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  2. Hallo Theresa,
    ich habe mir nach dem Artikel das empfohlene Buch von Ute Hagehülsmann gekauft und gelesen. Ich finde die Transaktionsanalyse nicht geeignet, Figuren damit zu entwickeln. Hier geht es ja in erster Linie um die Kommunikation zwischen Menschen und nicht um die ganze Figur, die man zum Schreiben von Büchern braucht, Wer ein wenig sozialen Umgang im Leben hat, der weiß eigentlich, dass man z.B. auf Belehrung oft wie ein trotziges Kind reagiert und Ähnliches. Mir war der Bereich, den dieses Buch abdeckt, viel zu klein und auch zu allgemein in diesem Buch behandelt.
    Liebe Grüße
    Hanna

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