Besichtigung um 14.00 Uhr

Ich stand vor der alten Eingangstür im Hof und hörte, wie sie die Stufen herunterkam. Schon im Treppenhaus wusste ich, dass ich dem Charme des alten Hauses nicht widerstehen würde.

Die steile Treppe, das Holzgeländer unter meiner linken Hand und den Geruch von Bohnerwachs in der Nase, fand ich mich in meiner Erinnerung wieder.

Die Wohnung lag im ersten Stock, und schon der schiefe Dielenboden wischte letzte Zweifel beiseite. Es roch nach Großelternhaus, beschwor die Liebe meiner Großmutter herauf, die sich nicht anders zu helfen wusste, als sich in Essbarem zu materialisieren: Eis, Kuchen und Sonntagsbraten zum Abwinken.

Unsere Erinnerungen sind flüchtige Begleiter, unzuverlässig wie der Schatten im Dämmerlicht. Sie nun täglich bei mir zu wissen, war ein Versprechen, mit dem Gestern im Reinen zu sein. Ohne zu zögern unterschrieb ich.

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2 Gedanken zu “Besichtigung um 14.00 Uhr

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