Urheberrechte immer weniger wert?

Offenbar wird die Sicherung von Urheberrechten immer schwieriger. Und da  mensch zu allererst einmal an sich denkt, werden Daten ohne große Bedenken kopiert und weiterverbreitet. Logisch, dass die Hemmschwelle größer ist, ein Buch, eine CD etc. imLaden mitgehen zu lassen, als sie zu kopieren. Das war ja schon beim klassischen Kopieren so. Wer hat sich ans Copyright gehalten, und nicht ganze Kapitel bzw. ganze Bücher abkopiert? Hatten nicht alle eine umfangreiche Kassetten-Sammlung mit der Kopie kompletter Alben?
Der Unterschied war immerhin bis in die Zeit ersten Leinwandabfilmens eine klare Qualitätsabstufung, die das Original bedeutend attraktiver machte als eine schlechte Kopie.

Diese Hürde scheint nun endgültig überwunden. Und damit werden Kopien erst richtig attraktiv. Dass der Urheber viel Zeit und Geld investierte, um Hochwertiges zu liefern, und dass es immer noch Menschen gibt, die versuchen, davon zu leben, scheint nur Wenige zu beeindrucken.

Die Frage ist, ob wir das wirklich wollen, dass immer weniger Profis am Werk sind. Klar, gibt  es ein ungeheures Potential von Hobbie-Fotografen, Künstlern, Musikern, Autoren. Aber wäre es nicht wünschenswert, wenn sie ihre ganze Schaffenskraft in ihre Werke stecken könnten, und nicht erst nach Feierabend anfangen können? Wir gehen ja auch nicht zum Hobbie-Dentisten etc.

Als die GEMA dafür sorgte, dass für die Verbreitung von Musik /-videos bezahlt werden muss, ging ein Aufschrei durch ’s Land. Bald beruhigten sich die Gemüter, da sich zeigte, dass es andere Wege gibt, um an diese Musik zu kommen – kostenfrei und illegal. Wen schert ’s?
Gesetzliche Regelungen sind immer unbefriedigend und zu spät. Stets wir erst reagiert, wenn es gilt, größeren Schaden abzuwenden. Will man das Kostenproblem auf unkomplizierte, „verbraucherfreundliche“ Art lösen, fällt einem immer bloß noch mehr Werbung ein – was ja auch keiner will!
Es scheint mir, als bräuchten wir dringend neue Lösungen für die Datenmenge im Netz, für Urheberrechte, Nutzungsrechte usw. Solange wir die noch nicht haben, trägt offenbar jeder Einzelne die moralische Verantwortung für sein Verbraucherverhalten.

Beispiel gefällig?

  1. Das OLG Hamm urteilte, dass Anbieter von E-Books den Weiterverkauf untersagen dürfen. Als Leser erwirbt man hier eine Art Nutzungsrecht, ähnlich wie bei Betriebssystemen u. a. Software. Begründung: Keinerlei Qualitätsunterschied zw. Original und Kopie, sprich: wer würde noch das Original kaufen wollen? Preisverfall vorprogrammiert!
    Zu lesen auf Autorenwelt.de

  2. Der Fotograf David Slater scheint seinen Kampf um die Urheberschaft des Affen-Selfies zu verlieren. Bekäme er für jede Veröffentlichung nur ein winzigen Betrag, hätte er die Reisekosten vermutlich längst raus. Während sich hier Mancher mit schlauen Argumenten das Raubkopieren schönredet, beschreibt Slater auf djs.photography.co.uk, wie es zu den Aufnahmen kam, welche Mühen und Risiken er auf sich genommen hat, und was er eigentlich mit den Bildern erreichen wollte.

Vielleicht ist es an der Zeit, dass wir uns klar machen, wie viel uns die Nutzung kukturellen Eigentums Wert ist, anstatt uns weiter kostenfrei zu bedienen. Nicht nur Wikipedia bleibt in dieser Sache unerbittlich, anstatt den Dialog mit dem Fotografen aufzunehmen. Auch auf Pixabay steht es zum kostenlosen Download zur Verfügung, ohne dass man bereit ist, selber Initiative zu ergreifen.
Es wäre doch auch möglich, die Nutzer zur freiwilligen Spende aufzurufen, selbst, wenn das noch ausstehende juristische Urteil zu Ungunsten des Fotografen ausfallen sollte. Schließlich wollte Slater in erster Linie auf eine besondere Affenart aufmerksam machen, die teilweise immer noch auf manchen Speisezetteln steht. Warum nicht kreative Lösungen für solche Rechtslücken finden und gemeinsam etwas bewirken? Das Foto wäre ein überzeugendes Argument, doch der Rechtsstreit überlagert alles andere. Und bitte jetzt nicht den Fotografen dafür verantwortlich machen.

 

 

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Ein Gedanke zu “Urheberrechte immer weniger wert?

  1. Ich finde es höchst bedenklich und vor allem ärgerlich, daß viele Mitmenschen mittlerweile dem Urheberrecht gegenüber eine ausgesprochen laxe bzw. gleichgültige Einstellung haben… Es ist nicht nur der Umstand allein, daß da mein Eigentum geklaut wird, wenn sich jemand unbefugt und ohne nachzufragen Geschichten oder Bilder von mir bemächtigt, der mich zornig macht. Es stinkt mir auch deshalb so ungemein, weil schöpferische Prozesse harte Arbeit sind – wie du ja selbst weißt – die oftmals viel Zeit, Geduld und auch Nerven beanspruchen.

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