Vielleicht sollte es mich nicht überraschen, dass die zuletzt gesammelten Informationen (Thema Dialog) sich ihren ganz eigenen Weg durch die Windungen meines Gehirns bahnten, und dort zu einem Schluss kamen, der mich dann eben doch … überraschte.

Je mehr ich über das Thema „Dialoge schreiben“ in Erfahrung bringen konnte, desto mehr setzte sich folgende Erkenntnis durch:
Anfängerfehler Nr. 1 ist, wenn man jeden Mist, jedes blöde Gewäsch, jedes Gesülze notiert, egal, ob es die Handlung vorantreibt oder nicht. Also: Nicht machen! Nein, aufgeschrieben werden soll nur das Wichtige, in origineller Verpackung, nur, was spannend, besonders, konfliktreich ist. Das bedeutet, dass ein Dialog eigentlich nur in Auschnitten präsentiert wird, sozusagen als „Best of …“

Es geht darum, dass man nicht 1:1 wiedergibt, was passiert, sondern nur die Highlights szenisch darstellt. Alles andere darf in Erzählpassagen auf ein angenehmes Maß gekürzt werden, damit der Leser nicht umkommt vor Langeweile. Klar, logisch. Ich hatte nie was anderes vor. Dennoch fällt mir das Auswählen, das Weglassen nach wie vor schwer.
Ich bin aber ganz zuversichtlich, was die Überarbeitung angeht.

Wesentlich schwächer war in dieser Hinsicht mein erstes Manuskript, das ich nach dem 3, Kapitel und einer Reihe von Überarbeitungen im Zustand geistiger Erschöpfung zur Seite gelegt hatte.
Am Abend nach der Beschäftigung mit dem Thema Dialog und Reduzierung auf das, was den Leser interessieren könnte, konnte ich gespannt beobachten, wie mein Kopf anfing, den Roman umzuschreiben. Die Hälfte einer schlaflosen Nacht ging dabei drauf. Und mein Kopf arbeitete wie besessen. Erst, als ich begriffen hatte, wie ich die Geschichte auf den Punkt bringen konnte, wo ich kürzen, was ich weglassen konnte, und, wie die Geschichte dadurch gewinnen würde, konnte ich mich langsam davon lösen.

Bedeutet das jetzt, dass das Buch doch geschrieben werden soll?
Schwer zu sagen.
Zunächst ist es ein Denkprozess, der die Erkenntnis erfahrbar gemacht hat. Das wird auch für das Buch, an dem ich z.Z. arbeite, hilfreich sein. Und für alle weiteren. Lust hätte ich aber schon, das Ding doch noch zu schreiben. Schade, dass sich die Überarbeitung nur im Kopf abgespielt hat!
Aber, es hat ja genau da Einiges verändert. Und wo sonst bräuchte ich es?
Ich mach jetzt erst mal ganz in Ruhe da weiter, wo ich gerade bin. Und vielleicht, wer weiß?, schreibe ich später noch dieses wunderbare Buch, das bestimmt urkomisch und ganz wundervoll wird, wenn es überhaupt geschrieben wird.

 

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2 Gedanken zu “

  1. Dialog schreiben, laut lesen und dabei aufzeichnen, und sich die Aufzeichnung anhören. Dann wirst du erkennen, wo beim Schreiben einer Unterhaltung deine Fehler liegen, wo es sich unnatürlich oder gestelzt anhört, zu lang oder zu kurz, zu nichtssagend oder zu bedeutungsschwer es ist. 😉

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