1 Woche Schreiburlaub (2)

Mein erstes Schreibseminar – alles anders, als ich dachte.
Die erste Hürde war das Lesen. Ich fühle mich nie so richtig wohl, wenn ich mich vor anderen präsentieren soll. Und dann auch noch Eigenes vorlesen?Es wird jeden Tag ein bisschen besser, und ich sehe das als eine notwendige und sinnvolle Übung an. Es hat ja auch damit zu tun, dass man zu dem steht, was man geschrieben hat, auch, wenn es natürlich fehlerhaft und flüchtig sein kann. Gelesen werden die Texte, die am Morgen oder am Vortag geschrieben wurden. In der Regel sind sie – von einer schnellen Sichtung abgesehen – nicht korrigiert. Rohmaterial – auch das kann man aushalten. Das Gute ist ja: Den anderen geht es genauso.

Das Feedback ist natürlich wichtig und sicher ein entscheidendes Argument für Schreibseminare. Nach zweieinhalb Jahren Schreiben, Üben, Korrigieren im eigenen Rückzugsort kommt die Sache einem Überraschungspaket gleich. Jetzt erst werden mir die Fortschritte bewusst, die ich in der Zeit des autodidaktischen Schreibens gemacht habe. Auch, wenn ich mich nicht zufrieden zurücklehnen kann oder will: Es ist gut, das zu sehen. Und es ist eine gute Motivation, weiterzumachen.

Besonders die Frage nach dem eigenen Stil war mir stets ein Rätsel. In dieser Hinsicht ist wahrscheinlich nichts so heilsam, wie das Schreiben und Vorlesen in der Gruppe. Man erfährt viel deutlicher, als wenn man nur Leser ist, wie verschieden Schreiben sein kann. Und mancher Schreibstil erschließt sich besser, wenn man ihm vom Schreibenden selbst vorgelesen bekommt.

Alles sicher keine weltbewegenden Neuigkeiten – aber die Erfahrung ist für mich neu und absolut wertvoll. Ich habe mir gleich vorgenommen, regelmäßig Schreibkurse zu besuchen, um immer mal die Nase in die Schreibwelt anderer zu stecken, mich inspirieren zu lassen, von Aufgaben, Kritik und anderen Schreibenden. Und natürlich, um das überlebenswichtige Feedback eines erfahrenen Schreiblehrers zu bekommen.
Zuerst habe ich bedauert, dass ich noch mitten in der Überarbeitung stecke, und jetzt eine Woche unterbrechen musste. Aber im Nachhinein hat sich der Kurs auch für das Manuskript als gute Korrektur, Ergänzung, Anregung erwiesen.

Für mich war diese Woche (die noch nicht ganz zu Ende ist) eine gute Investition, sowohl, was das Geld als auch die Zeit angeht.

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4 Gedanken zu “1 Woche Schreiburlaub (2)

  1. Das kann ich alles nur so bestätigen, vom Vorlesen der eigenen Texte über das Feedback der Gruppe bzw. der Kursleitung bis zur Auseinandersetzung mit dem Schreiben der anderen Teilnehmenden. Ich nehme seit vielen Jahren an einer Schreibwerkstatt der VHS teil und profitiere immer davon. Auch den Nachteil hast Du gut herausgestellt: Eigene Projekte bleiben immer liegen, weil der Kurs läuft und man auch Ergebnisse präsentieren will.

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