deutsche = schwere Sprache

Letzte Überarbeitungen
Es ist ein mühsames Geschäft, doch das (vorläufige) Ende naht. Letzte Korrekturen laufen, bevor die Testleser-Exemplare gedruckt werden. Wie immer kann ich nicht abschätzen, wie lange ich noch brauche, hoffe aber das Beste.
Die Sprache bekommt den letzten Schliff, grammatische Fragen und Rechtschreibung werden geklärt. Wichtig ist, die Schreibweise abzugleichen, zum Beispiel bei Zahlen, Uhrzeiten und bei verschiedenen Schreibweisen. Diese liefert die Rechtschreibung seit der letzten Reform säckeweise. Als Privatmensch ist man in der komfortablen Lage, dass es sehr oft zwei Möglichkeiten gibt, von denen aber eine – meist die neue – (meist, aber nicht immer) empfohlen wird.
Umso länger der zu schreibende Text ist, desto mehr kommt es darauf an, eine einheitliche Linie zu entwickeln.
In vielen Bereichen hat man die freie Auswahl. Es gibt zum Beispiel keine feste Regel, ab wann man Zahlen in Ziffern schreibt. Es gibt Empfehlungen ab 20 oder 30. Allerdings sieht es nicht schön aus, wenn zwei Zahlen nah beieinander stehen, und eine als Ziffer, die andere als Wort geschrieben wird.

 

Unverbindlichkeiten und Regelchaos

Keine verbindlichen Regeln gibt es für die Umgangssprache. Man muss also selbst welche schaffen, um die Dialoge einheitlich zu gestalten. Unklar bleibt vor allem die Frage, wo man Auslassungszeichen (wenns schlimm kommt/ wenn’s schlimm kommt) verwendet. Auch hier gibt es nur Empfehlungen, eine lautet: So wenig wie möglich. (Möglich wäre übrigens auch: So wenig, wie möglich.)

Wer hätte gedacht, dass die Rechtschreibreform so viele Freiheiten lässt. Oder sollte man von Unklarheiten sprechen? Ich bezweifle, dass es viele Menschen gibt, die noch den Überblick behalten haben. Hoffen wir das Beste für die nächste Generation, die wächst ja wenigstens hinein. Ich frage immer noch meine Kinder. Nur bei meinem 368-Seiten-Projekt muss ich dann doch zum Duden greifen.

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4 Gedanken zu “deutsche = schwere Sprache

  1. Sehr interessanter Artikel, dem in vielen Punkten zuzustimmen ist. Jedoch möchte, nein, muss ich gegen die Überschrift ein Veto einlegen. Es trifft sich (Zufällig?) dass ich in den letzten beiden Tagen eine Diskussion mit zwei Autorenkolleginnen führte, die wie ich im historischen Genre unterwegs sind. Nun gibt es grob gesagt zwei „Schulen“ unter Histo-Schreibern wie -Lesern: Die einen zucken zusammen, wenn nicht zeitgerechte Modernismen benutzt werden, die anderen lesen darüber hinweg. Befasst man sich jedoch tiefer mit der Materie, stellt man fest, dass ein Verb wie „ignorieren“ viel schwammiger ist, als seine möglichen Synonyme. Es ist ein nicht unwesentlicher Unterschied, ob jemand den Redeeinwurf eines anderen übergeht oder missachtet, ob er einen Schmerz verdrängt oder ihn niederkämpft. Der Ausdruck wird präziser! (Oder sollte ich sagen : treffgenauer?) Wird einem dieser Reichtum der deutschen Sprache erst einmal bewusst, dann versöhnt das – zumindest mich – mit den Stolpersteinen, die sie ebenfalls birgt. Und bezüglich neue Rechtschreibung verweigere ich sowieso die Aussage! 😉

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  2. Aus Gesprächen über die deutsche Sprache weiß ich, dass selbst Deutschlehrer nach der Rechtschreibreform immer mal wieder nachschlagen müssen. Besonders was die Kommasetzung angeht. Ich hole mir grundsätzlich auch Rat bei Leuten, die dicht am aktuellen Schreib-Regel-Geschehen sind.

    Was das Ausschreiben von Zahlen betrifft – gilt die Regel bis 12 ausschreiben nicht mehr? Da bin ich wohl auch nicht auf dem aktuellsten Stand…

    Tja, man brauch nur einmal den Aufsatz von Mark Twain „Die schreckliche deutsche Sprache“ oder „Bummel durch Deutschland“ lesen – schon damals war unsere Sprache anscheinend ausgesprochen schwierig und kompliziert. 😉

    Trotzdem liebe ich es, damit „umzugehen“.

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