Testleser-Rückmeldung

Die Arbeiten am neuen Projekt müssen unterbrochen werden, da das zweite Testleser-Exemplar zurückgekommen ist. Zunächst lasse ich die inhaltlichen Kommentare zur Geschichte sacken. Glücklicherweise war das Fazit beider Rückmelder recht positiv, was natürlich motiviert (und erleichtert.) Im Großen und Ganzen ist mir klar, an welchen Stellen ich nachbessern werde.

Seit einigen Tagen beschäftige ich mich mit den formalen Fehlern: Ausdruck, Rechtschreibung, Zeichensetzung. Meine Rechtschreibfehler halten sich trotz Rechtschreibreform in Grenzen. Das ist u. a. dem Rechtschreibprogramm zu danken. Allerdings musste ich es häufiger ausschalten, da es oft korrigiert hat, wo das nicht erwünscht war. (Namen wurden nicht erkannt und verändert, Umgangssprache in Dialogen korrigiert und ein „das“ nach einem Komma automatisch in ein „dass“ umgewandelt, auch wenn es sich um ein Pronomen handelt.)
Beim Überarbeiten sollte man es dann wieder anschalten, woran ich nicht immer gedacht habe. Das war nicht so tragisch. Und dank meiner Erstleser weiß ich jetzt auch, dass man „Laptop“ mit zweimal „P“ schreibt und keinesfalls mit „b“.

Eine andere Sache ist es mit der Zeichensetzung. Mir war gar nicht klar, dass die Rechtschreibreform hier auch neu geregelt hat. Also habe ich meine Kommas (steht tatsächlich so im Duden, nicht mehr lateinisiert: Kommata) wie gewohnt gesetzt. Die meisten hat mir Testleserin Nr. 2 herausgestrichen. Dabei handelt es sich überwiegend um zwei Fehler, sodass ich sie inzwischen meist vermeiden kann:

  1. Zwei Hauptsätze, die mit einem „und“ verbunden werden, trennt man nicht durch ein Komma, es sei denn, um Missverständnisse zu vermeiden.

(Sie trug den Rock und die blaue Bluse und sie bedauerte, dass die neuen Pumps nicht dazu passten.
Sie trug den Rock und die blaue Bluse, und die neuen Pumps standen zuhause im Schrank.)

  1. Der erweiterte Infinitiv mit zu wird nur in Ausnahmefällen durch ein Komma abgetrennt. Meist kann man es weglassen. Die Regeln hier sind etwas irreführen, es gibt viele Kann-Fälle. Im Allgemeinen kommt man gut mit der Regel hin, dass kurze Infintivgruppen ohne, längere mit Komma geschrieben werden.

(Ich beeilte mich hinterherzukommen. Ich fing an die Zeitung zu lesen. Es fiel mir schwer, in diesem hoffnungslosen Durcheinander den Überblick zu behalten.)

Einige Signalwörter erlauben die gewohnte Kommasetzung:

Ohne zu…,
Anstatt zu …,
…, als zu …
Weiß man erst einmal, dass die Sache etwas knifflig ist, sollte man ruhig nachschlagen. Ein Text mit wenig Fehlern ist doch angenehmer zu lesen.
Ich hoffe diesen Arbeitschritt bis zum Wochende abzuschließen. Für mich ist es immer wieder eine gute Idee, sich dem Text langsam anzunähern. So komme ich wieder in die Geschichte und ihren Erzählton hinein. Seitdem ich an dem neuen Projekt arbeite, ist mir die Sache mit dem Erzählton sehr viel klarer geworden, da er in beiden Geschichten recht unterschiedlich ist. Das ist eine Erkenntnis, die sich durch die wechselnde Arbeit an den beiden Geschichten ergeben hat. Also hat auch dieses Wechseln offensichtlich Vorteile.

 

 

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2 Gedanken zu “Testleser-Rückmeldung

  1. Tja, mit den Kommas ist das so eine Sache.
    Ich hatte im Manuskript zu DIE13. JUNGFRAU auch konsequent alle mit „und“ verbundenen Hauptsätze zusätzlich mit Komma getrennt – der Einheitlichkeit halber, weil ich das so gelesen hatte.
    Dann kam eine meiner Korrekturleserinnen und schimpfte ganz fürchterlich, ihr Lesefluss käme vor lauter Kommas zum Erliegen. Also hieß es: Raus damit.
    Doch im Verlagslektorat fanden sich plötzlich an fast allen Stellen, wo ich das Hauptsätze-mit-„und“-trennende Komma rausgeschmissen hatte, plötzlich doch wieder eines.
    Mein Fazit: Mit solchen Nebensächlichkeiten halte ich mich nicht mehr auf.
    Ich setze die Kommas wieder so, wie ICH sie für richtig halte: Nämlich dann, wenn die beiden per „und“ verbundenen Hauptsätze mir das Gefühl,geben, sie brauchen zusätzlich noch ein Komma, weil die Bedeutung des Inhalts sich wandelt.
    Und ob das dann so richtig ist oder nicht – das ist die ureigenste Aufgabe von Lektorat und Korrektorat und ich möchte die netten Damen vom Verlag keineswegs arbeitslos machen.
    Statt dessen konzentriere ich mich lieber auf meine Kernkompetenz als Autorin:
    Das kreative Textschaffen.

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