Das Ensemble stellt sich vor

Ich habe mit der Arbeit an den Figuren begonnen. Es wird diesmal ein größeres Orchester, und das macht die Sache kompliziert. Sobald es konkreter wird, zeigt sich die Komplexität eines großen Figuren-Ensembles. Darüber hinaus sind mehrere Generationen im Blick zu halten. Die Vorgeschichte spielt eine entscheidende Rolle.

Mit meiner Hauptfigur bin ich schon gut vertraut. Was aber die Familie angeht, spielt vieles ineinander und muss für jede Figur Sinn machen, auch für die Randfiguren, da sie Teil des Systems sind. Aus diesem Grund notiere ich z.Z. noch einiges zur Familiengeschichte und zu den Beziehungen unter den einzelnen Figuren. Wenn die Struktur des Ganzen stimmt, kann ich – hoffentlich bald – ins Detail gehen.

Auch die Schauplätze werden allmählich konkret. Die wichtigsten werde ich auch vorab beschreiben und Skizzen anfertigen, um Klarheit zu haben.
Was die Innenwelten, Verhaltensweisen, Konflikte angeht, arbeite ich wieder mit der Transaktionsanalyse (Renate und Ulrich Dehner, s. Bücherliste SCHREIBEN). Das ist für mich eine gute Methode, um einzukreisen, wie eine Figur tickt, und wie sich daraus kleinere Konflikte mit anderen Figuren ergeben können. Dabei kann ich mich gleich um die Schwächen, Ticks und die kleineren Boshaftigkeiten meiner Leute kümmern. Auch der Held soll ja wenigstens zu 10% Bad Boy sein. Das möchte ich diesmal gleich im Blick behalten.

In R.P.Clarks Werkzeugkiste (ganz unten im verlinkten Beitrag) habe ich schon mal reingeschaut. Die ersten beiden Kapitel bzw. Writing Tools zur Satzstruktur haben mich sehr beeindruckt. Ein Schwerpunkt ist für mich die Arbeit an der Sprache. Also versuche ich in diesem Sinne die Niederschriften zu Figuren und Vorgeschichte zu überarbeiten. Das Arbeiten an der Sprache sollte bei jedem Arbeitsschritt mit bedacht werden, denke ich. Einzige Ausnahme: Das eigentliche Manuskriptschreiben. Aber es schadet nicht, wenn ich bis dahin noch ein paar Dinge verinnerlicht habe, und es dann leichter von der Hand geht.

Die zeitlichen Abläufe sind nach wie vor schwer einzuschätzen. Mit Figuren und den Hauptschauplätzen will ich Anfang Februar fertig sein. Deadline ist der 4.2. 2016. Ob’s klappt? Wird sich zeigen.

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2 Gedanken zu “Das Ensemble stellt sich vor

  1. Liebe Theresa,
    ich finde es ja beeindruckend, mit welcher Professionalität du an die Sache herangehst, für jeden Schritt des Schreibens, Plotentwerfens mindestens ein, zwei Literaturhinweise gibst, aber …
    Ja, tut mir leid, hier folgt ein „aber“.
    Mir kommt dein Vorgehen unglaublich technisiert, geradezu „overengineerd“ vor.
    Welches Ziel verfolgst du denn mit deinem Schreiben?
    Willst du Texte verfassen um der Texte, der Sprache Willen – oder willst du deine Leser erreichen?
    Nun sind Leser aber nicht gleich Leser. Um sie bestmöglich zu erreichen, musst du dir über deine Zielgruppe klar werden.
    Ich sehe meine Aufgabe als Autor darin, den Leser dort abzuholen, wo er ist und ihn dann in fremde Welten zu entführen. Das ist eine im Endeffekt eine einzige Bauch-Sache, und das wichtigste dabei ist, dass die Figuren erst einmal in deinem Kopf lebendig werden.
    Und ich weiß wirklich nicht, wie das mit Aussagen wie „der Held soll ja wenigstens zu 10% Bad Boy sein“ funktionieren soll.
    Das klingt für mich unglaublich starr, wie Kochen, bei dem man sich sklavisch ans Rezept hält.
    Nichts gegen Rezepte – aber bei mir geht Kochen nach Vorgabe zumindest beim ersten Mal immer furchtbar in die Hose.
    Letzte Woche zum Beispiel. Mein Mann und ich sind ins Elsaß gefahren zum Einkaufen. Und an der Kasse des Supermarché lachte mich ein Rezeptheft an. Unglaublich tolle Suppen waren darin, wir haben es mitgenommen und angefangen, sie – streng nach Rezept – nachzukochen.
    Nur hat sich dabei dann herausgestellt, dass eine ganze Zitrone für eine Zitronenhähnchensuppe aus 600 g Hühnerbrust und 1 l Hühnerbrühe einfach zuviel Säure ist, selbst wenn man es dann mit der doppelten Menge Kokosmilch zu retten versucht.
    Wir werden die Zitronenhähnchensuppe noch einmal kochen – aber dann mit den Scheiben einer Viertel Zitrone, wie das mein Mann vorgeschlagen hat.
    Und ich bin sicher, spätestens beim dritten Nachkochen wird das Rezept perfekt auf unsere Geschmacksvorlieben abgestimmt sein.
    Mit diesem kleinen Ausflug in die Autorenküche möchte ich dir Mut machen, mehr deiner eigenen (Lebens)Erfahrung zu vertrauen. Zwinge dich nicht sklavisch in die Befolgung irgendeiner Autorenschule, sondern höre auf dein Herz und deinen Bauch.
    Herzlichst
    Katharina

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