Christi Himmelfahrt

Passend zum Feiertag habe ich meine Schreibarbeit unterbrochen, um einige Fakten zum Thema Friedhof zu recherchieren. Ausgangspunkt war die Frage, wie lange ein Grab genutzt werden kann, bevor es umgebettet wird.
Die sog. „Friedhofssatzung“ wird von der zuständigen Gemeinde festgelegt. Diese regelt alle möglichen und unmöglichen Belange, die mit der Nutzung einer Grabstätte zu tun haben.

Wird ein Angehöriger bestattet, erwirbt man ein Nutzungsrecht der Grabstätte, was ja bekanntlich mit nicht geringen Kosten verbunden ist. Die Ruhezeit, also die Nutzung der Grabstätte bestimmt jede Gemeinde nach eigenem Gusto bzw. nach den räumlichen Möglichkeiten. Das kann so zwischen 20 und 40 Jahren sein – bei verstorbenen Kindern sind die Nutzungszeiten kürzer.gießkannen_pixabay

Die Nutzungszeiten können sich ändern, wenn …

a) die Angehörigen die Nutzungsrechte noch einmal erwerben, wobei eine Verlängerung nur einmal möglich ist.

b) den Angehörigen die Nutzungsrechte entzogen werden, weil sie z. B. die Grabstätte nicht den Vorschriften entsprechend pflegen.

Hier gibt es – wer hätte Anderes vermutet? – recht detaillierte Forderungen, was die Entfernung welker Blumen und Kränze, Unkraut etc. angeht, und natürlich jede Menge Verbote. So ist es beispielsweise verboten, eine Bank aufzustellen (warum eigentlich?) oder unwürdige Gefäße.

Ihr seht schon, auch das Lesen einer Friedhofsverordnung kann durchaus die Fantasie anregen.

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4 Gedanken zu “Christi Himmelfahrt

  1. Unser Friedhof – um zwei Straßenecken entfernt, und nach ihm kamen schon die Felder – ist in meiner Erinnerung ein ruhiger, romantischer Ort, auf dem immer eine Art Zauber lag. Meine Mutter nahm uns Kinder oft dort hin mit, weil es kürzer war als zum Park. Ich lief und meine Schwester saß noch im Kinderwagen. Neben der frischen Luft – der Grund für die Spaziergänge – atmete ich auch gleich zu Beginn meines Lebens die Frage nach dem Lebensende mit ein. Was ich sah, waren Grabsteine, steinerne Figuren und Gruften. Und den Wechsel der Jahreszeiten. Wenn im Herbst der Wind das Laub über die Wege fegte. Manchmal schien es so, als könne schon im nächsten Moment alles zu Leben erwachen – es blieb jedoch immer friedlich. Es gab eine Stelle, wo sich drei Wege kreuzten, da hatte man eine Hecke hochgezogen. Wie eine lebendige Wand mit drei Toren. Dort konnte man sich hinsetzen und das Rascheln Blätter lauschen. Bis zur Mitte der 80er hatte niemand aus unserer Familie ein Grab dort. Aber seitdem haben meine Eltern mit der „Friedhofssatzung“ zu tun. Das Einpflanzen zweier Bäumchen erwies sich als Problem, als sie ein gewisses Höchstmaß überschritten!
    Und ich finde es wunderbar, wie sehr Du jetzt an das Schreiben gekommen bist!

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