Schreibarbeit 2016 – Woche 22

30.Mai – 5. Juni

Nach der Kurskorrektur der ersten fünf Kapitel war das Zurückkehren zum Text nicht ganz so geschmeidig, wie gewünscht. Bevor ich weiter schreiben konnte, musste ich mir einen Überblick zu den folgenden Kapiteln machen. Vielleicht liegt das nicht gerade an der Überarbeitungsphase, sondern an der Geschichte selbst, die einigermaßen kompliziert ist.paper-pixabay

Los ging es dann an Tag 2 mit lässigen 960 Wörtern. Ein Anfang war geschafft, das war ja die Hauptsache. Am nächsten Tag ging es steil bergauf mit dem Arbeitspensum. Insgesamt konnte ich meinen Schnitt von täglich 2000 Wörtern in der vergangenen Woche nicht erreichen.

Da ich inhaltlich gut voran kam, hat mich das nicht beunruhigt. Man ist ja keine Maschine.

Was mich mehr beschäftigte, war das Problem mit den Erzählpassagen, die mir einfach nicht gelingen wollten, zu sehr klebte ich an den Figuren. Immer wieder kann ich feststellen, dass mir der Abstand fehlt, um wirklich ans Erzählen zu kommen. Zu oft gerate ich in den Sog der Handlung, die ein Ereignis nach dem anderen erfordert, jedes aus den vorherigen hervorgegangen. Und das Drumherum, die Szenerie, Stimmung, die feinen Nuancen, aber auch der große Zusammenhang geht mir darunter verloren.

Mit dieser Problematik im Hintergrund fing ich an, Jane Gardam (siehe BÜCHERLISTE) zu lesen, deren Erzählstimme ganz wunderbar ist. Ich kann nicht sagen, dass ich ihre Sprache studiere, oder eine bestimmte Vorgehensweise ausmachen kann. Ich lese ihre Erzählpassagen besonders aufmerksam und denke oft: Genauso sollte es sein. Dieser Wechsel zwischen Erzählung und Szene, der umso leichter erscheint, je besser ein Autor schreibt, liest sich bei ihr vollkommen natürlich.

Das Problem ist nicht neu. Beim ersten Manuskript bin ich sehr früh über diese Hürde gestolpert. Ich kann im Moment nicht sagen, ob ich diese Schwierigkeit letztendlich überwunden habe. Dafür müsste ich es mir noch einmal vornehmen, was ich vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt tatsächlich machen sollte.

Unter dem Eindruck dieser Schwierigkeit lese ich weiter, schreibe mir Passagen heraus, die mir besonders gefallen, und freue mich auf Jane Gardams zweites Buch: „Eine treue Frau“, das ich langsam mal bestellen sollte. Vielleicht rufe ich morgen in der Buchhandlung an. Die Schulbuchliste kam auch schon ins Haus. (Erstmals wieder alles selber kaufen, denn: Wer Abi macht, ist selber Schuld! Zum Glück sind die Fächer weniger geworden.)

Woche 23

Advertisements

4 Gedanken zu “Schreibarbeit 2016 – Woche 22

  1. Hm, immer noch interessant Deine Unterscheidung zwischen „Szene“ und „Erzählung“. Bei uns in der Autorengruppe heißt es öfter: „Don’t explain – show it!“ (Obwohl niemand in englisch schreibt.) Das ist schon so eine Art Regel für gute Kurzprosa geworden. Ich habe gestern an einem Text gearbeitet, den ich in der Gruppe vorstellen möchte. Es steckt eine Menge Arbeit darin, die erzählten Stellen durch „Szenen“, wie wörtliche Rede, Gedanken des Protagonisten, dessen Gefühle und Schlussfolgerungen zu ersetzen. Und ich weiß nicht, ob ich damit schon fertig bin … Bei einem Text von einer halben DIN A 4 Seite! In dieser Knappheit wirkt ein Text langweilig, unlebendig und überfrachet, wenn ein Erzähler Hintergründe, Vorgeschichte etc. erzählen würde.

    Gefällt mir

schreib, was du denkst!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s