Schreibarbeit 2016 Woche 23 – abgestürzt!

laptop-pixabay6.-12.Juni

Man könnte von einer Verkettung unglücklicher Umstände sprechen – könnte man. Ich werde mich aber nicht herausreden, auch keinen Trauerflor an meinen Laptop kleben, der sowieso noch auf der Intensivstation liegt.

Um es klar zu sagen: Dummheit wird manchmal tatsächlich sofort bestraft. Und so ist der worst Case eingetreten. Ein deutsches Wort? Schwierig. Man möchte vom Super-GAU sprechen, obwohl das Quatsch ist. Der größte anzunehmende Unfall kann nur dadurch getoppt werden, dass er eintritt. Was soll ich sagen: Es ist passiert.

Am Mittwoch, den 8. Juni 2016 hat mein Rechner den Geist aufgegeben. Nichts ging mehr, nicht einmal hochfahren, gar nichts. Mein computerflüsternder Herzallerliebster hat mich beruhigt. So schnell sei ja eigentlich nicht alles weg. Da könne man sicher noch etwas machen, nicht gleich panisch werden. Nicht? Aber das war ich ja schon. Na gut, ich ließ mich beruhigen. Auch, als über den Team Viewer nichts zu machen war. Klar, aus der Entfernung, wenn ich da bin, kriegt er ihn sicher wieder hin. Und seine Bestätigung: Wenn eine Festplatte hinüber ist, das kündige sich vorher an, also meistens …

Also bin ich am Donnerstag mit dem beinahe toten Gerät ins Auto gestiegen und nach Norden gedüst. Stunden später war ich sämtlicher Hoffnungen, Glaubenssätze, Illusionen beraubt. Die Festplatte hatte leider nichts angekündigt. Sie war einfach in der Hitze unter dem Dachfenster geschmolzen – oder was auch immer. Da war nichts zu machen. Und ich hatte gleichzeitig meine Daten nicht richtig gespeichert, (was mir nicht bewusst war) und so die Sache zur Katastrophe gemacht.
Wenn also nichts mehr zu retten war, waren 2 Monate Arbeit weg, nahezu das gesamte Manuskript (6 Kapitel). Nur die allererste Sicherheitskopie war noch da: 1. Kapitel, 1. Szene – astrein!
Aber er wollte nicht aufgeben. Also, man könne noch, wenn man dieselbe Festplatte bekäme … Also, das ist so eine kleine Silberscheibe, und wenn man die austauscht, also vielleicht, als letzte Möglichkeit … Also wurde die neue Festplatte per Express geordert. Für Freitag zu spät, aber Samstag würde sie kommen, und dann würden wir sehen, …

Und es wurde Nacht und mir blieb ein ganzer Tag, um mich mit dem Gedanken vertraut zu machen, dass alles weg war. Für immer. Es ist ja nicht so, dass die erste Fassung, also das, was ich bisher geschrieben hatte, preisverdächtig gewesen wäre. Dass es aber unwiderbringlich verloren war, nicht wiederherzustellen, diese Endgültigkeit war ernüchternd, frustrierend, zum Verzweifeln.

Wieder wurde es Nacht und wieder Tag und die Festplatte kam, und wir sahen, dass nichts gut war. Die Erkenntnis von dem Verlust hatte sich bereits gesetzt. Ich ließ den Rechner dort, wo er mit neuer Software versorgt würde, und begab ich wieder auf die Straße, fuhr durch  sattes, grünes Land und schrieb im Kopf den Anfang meiner Geschichte neu. Natürlich konnte und wollte ich es besser machen, als beim ersten Entwurf.
Am Nachmittag fing ich wieder an, zu schreiben. Die erste Szene war ja noch in ihrer Rohfassung vorhanden. Ich schrieb dennoch das meiste neu, schaffte aber nicht alles. Ich war nicht wirklich klar im Kopf, und der Tag ging auch so schnell vorbei.

Wie es weitergeht und vorangeht, das wird sich zeigen. Jetzt muss ich Schritt für Schritt vorgehen. Als Hilfe bleibt mir immer noch der Ausdruck, den ich nach den ersten 5 Kapiteln gemacht habe.  Und jetzt wird weiter geschrieben.

Woche 24

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11 Gedanken zu “Schreibarbeit 2016 Woche 23 – abgestürzt!

  1. Oh je – sowas ist wirklich ärgerlich. Mein tief empfundenes Beileid, sozusagen, denn ähnliches kennen wir irgendwie alle. Versuche Dich damit zu trösten, dass das erneut Geschriebene sicherlich noch besser wird!!

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  2. Oh weh, immer diese Technik. Ich kann dich gut verstehen, hab das selber schon einmal durchgemacht vor ein paar Jahren. Damals ging’s um eine Abschlussarbeit für die Uni… Drück dir die Daumen, dass doch noch etwas aus dem abgestürzten Gerät zu retten ist.

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  3. Oh, das ist furchtbar… Ich gräme mich mit dir…
    Ich schrieb vor vielen Jahren an meinem allerersten Computer an einer Kurzgeschichte, die ich nicht zwischenspeicherte. Meine Mieze Smokey, damals noch ein quicklebendiges, neugieriges und unternehmungslustiges Kätzchen, latschte über die Tastatur, traf die „richtige“ Taste – und – schwupp! – war der Text ins Nirwana entschwunden…
    Liebe Grüße!

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