Schreibarbeit 2016 – Woche 25

20.-26. Juni

paper-pixabayIn dieser Woche konnte ich das dritte Kapitel neu schreiben. Das Entlanghangeln an der Vorlage (dem ersten Ausdruck) tat gut. Es ist aber Vieles neu und anders – und ich möchte auch behaupten besser – geworden. Das Wiederholte Schreiben der verlorengegangenen Kapitel ist mit viel Reflexion verbunden. So wird das Aufspüren der Schwachstellen im Manuskript deutlich, und ich kann dort gleich eingreifen.

Nach Beenden des dritten Kapitels war ich noch immer mit meiner Erzählstimme beschäftigt und mit dem Rhythmus von Szene und Erzählpassagen. Sol Stein* (s. Bücherliste SCHREIBEN) unterscheidet drei Textformen im Roman:

  • Beschreibung
  • narrative Zusammenfassung
  • Szene

Die Beschreibung von Figuren oder Schauplätzen würde ich als Teil der Szene oder als Übergang zur szenischen Darstellung sehen, auch wenn das vielleicht nicht zwangsläufig so sein muss.
Was S. Stein „narrative Zusammenfassung“ nennt (S. Stein, S. 175), ist das, womit ich immer wieder Probleme habe, da es mir schwer fällt, aus der Nähe der Szene wieder zurückzutreten.

Den Focus auf das Problem zu setzten, darüber zu lesen, und zu beobachten, wie es anderen gelingt, den Wechsel ohne Bruch zu gestalten, haben erste Erfolge gebracht. Ich bin der Sache einen Schritt nähergekommen und aus diesem Grund mit der vergangenen Woche und dem Kapitel 3 besonders zufrieden.

Auch die Szenen muss ich neu überdenken und bearbeiten. Das heißt vor allem: kürzen. Marcus Johanus betont in seinem Blog, wie wichtig ein später Einstieg in die Szene ist. Schnell zum Konflikt zu kommen, bzw. zum zentralen Angelpunkt der Szene macht diese attraktiv. Die Konzentration auf das Wesentliche bedeutet für mich, die Szenen einzudampfen. Diese Erkenntis führt zu immer mehr Kommentaren und Markierungen im Text, die mir bei der späteren Überarbeitung helfen sollen.

Bevor ich mit dem vierten Kapitel anfangen konnte, habe ich es größtenteils neu strukturiert. Das hat den ganzen Sonntagvormittag in Anspruch genommen. Am Nachmittag habe ich noch die erste Szene geschafft. Auch inhaltliche Schwächen treten jetzt stärker hervor. Gut, dass ich sie gleich beheben kann. Natürlich kostet das Zeit. Ich entferne mich immer mehr von der Vorlage, was vielleicht nicht schlecht ist, da ich nach dem 5. Kapitel wieder ohne schreiben muss.

Alles in allem bin ich zufrieden. Wieder etwas gelernt – und das ist doch die Hauptsache.

 

*Sol Stein. Über das Schreiben. 2015

An dieser Stelle möchte ich mich bei Marcus Johanus für seinen gut strukturierten Blog bedanken. Durch die Suchfunktion sind die vielen Informationen, die er dort anbietet, schnell und einfach wiederzufinden.

Woche 26

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3 Gedanken zu “Schreibarbeit 2016 – Woche 25

  1. Es ist nur ein spontaner Einfall: Wie Du Dir sicher konkrete Vorstellungen gemacht hast, wie die Figuren in Deinem Werk sind, wie sie aussehen, was sie meinetwegen für Kleidung tragen usw., wäre es dann für Dich nicht hilfreich Dir einen konkreten Erzähler vorzustellen, damit Du leichter den Wechsel von Erzählen und Szene bewältigen kannst? Dieser Erzähler muss ja nicht identisch mit Dir selbst sein!! Ich könnte mir vorstellen, dass das die Sache erleichtern könnte.

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