Innehalten

Der November rückt näher, bringt wieder Ordnung in das Gefüge. Wetter und Jahreszeit rücken zusammen, verbrüdern sich wieder, nachdem sie uns seit September zum Narren gehalten haben. Der goldene Oktober ist dabei leider auf der Strecke geblieben.

Aber, was solls?
Stellen wir die Heizung an und die Uhren zurück und bereiten uns auf den Winter vor. In der Tonne schwappt noch ein Rest Spätsommerregen, und der Apfelbaum trägt noch Blätter. Manche Tage sind nur ein kurzes Dämmern zwischen den Nächten. Triste Aussichten werfen uns auf uns selbst zurück.

Mit dem Jahr geht auch ein Lese- und Schreibjahr zu Ende. Noch ist es zu früh, um Bilanz zu ziehen. Doch die Frage, was noch zu schaffen ist, wofür noch Zeit bleibt, lässt sich nicht mehr abweisen: abschließen, zu Ende bringen, fertig werden.

Das Schreibjahr 2016 lief anders als erwartet. Der erste Romanentwurf sollte längst geschrieben sein. Tatsächlich war die Geschichte noch nicht ausgereift, als ich anfing, zu schreiben. Es scheint mir ein falsches Timing gewesen zu sein, das mich zwang, den Plot zu überarbeiten, bevor ich mit dem Schreiben richtig in Schwung kam. Das Bearbeiten, Umschreiben des Plots ist eine lohnenswerte Sache. Wie immer erfordert sie mehr Geduld, als ich bereitwillig aufbringe. Also ist es ein endloser Prozess der Selbstkorrektur: Erwartungen drosseln, besonders, was die Quantität angeht.

Das Anziehen der Handbremse ist für die Geschichte unbedingt ein Gewinn. Dass es so viel Zeit in Anspruch nimmt, ist manchmal frustrierend, aber nicht zu ändern. Zur Zeit gibt es gute Veränderungen, Entwicklungen im Plot. Schön wäre es, mit dem Jahreswechsel weiterschreiben zu können.

Vielleicht ein erreichbares Ziel. Das würde bedeuten, den Plot fertig zu haben und die Anfangsszenen umzuschreiben, bevor das Jahr zu Ende geht. Ein Ansporn, vielleicht.  Letztendlich habe ich mein Konzept noch nicht gefunden. Ein Artikel in der TextART über die Arbeitsweise von John Irving hat mich erleichtert: Er nimmt sich viel Zeit, die Geschichte ganz zu Ende zu denken, bevor er anfängt, zu schreiben. Die Schnellschreibkultur, die im Netz so präsent ist, passt vielleicht nicht zu mir. Das eigene Arbeits- und Erzähltempo zu finden, scheint mir gerade die Hauptaufgabe zu sein. Es ist – wie immer beim Lernen – das Spiel von Versuch und Irrtum. Oder besser gesagt: Versuch – Korrektur – neuer Versuch.

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2 Gedanken zu “Innehalten

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